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Islandwetter - zurück nach Osten

Windböen lassen den Landy mitten in der Nacht heftig schwanken und draußen scheint sich eine leere Bierdose aus dem Müllbeutel befreit zu haben um dort ihre Flucht mit nervigem "Geschepper" zu feiern. Nach einigem Zögern schäle ich mich aus dem warmen Schlafsack um dem ein Ende zu bereiten und die Alu-Kisten auf dem Dach zu kontrollieren.

Zeitgleich stolpern Stefan und Helm heraus - offensichtlich auch von dem plötzlichen Sturm überrascht. In Windeseile werden Müll und Kisten fixiert, um schnellstmöglich wieder ins Trockene zu kommen. Die Nacht bleibt aber auch weiterhin unruhig und so bekommen wir nicht sonderlich viel Schlaf.

Schafe im Sturm  

Die Lage hat sich auch am Morgen nicht gebessert und nach hastigem Frühstück führt unsere Flucht zuerst zurück zur Hauptstraße und dann nach Osten Richtung Vik.

Waschen und Föhnen    

Der Rückweg zur Ringstraße gestaltet sich schwieriger als erwartet: durch den Regen der letzten Stunden sind die Furten viel tiefer als noch vor zwei Tagen. Bei einer Flussquerung stehen mehrere Autos am Ufer und die Insassen diskutieren angeregt, ob eine Durchfahrt mit den Mitsubishis möglich ist. Vielleicht hat ihnen unsere beherzte Fahrt durch den Strom ja Mut gemacht - auch wenn das Wasser wieder einmal bis über die Motorhaube schwappt.

 

Tiefe Furt auf dem Weg zur Ringstraße

    Tiefe Furt auf dem Rückweg
 

Anhaltender Gegenwind bremst den Defender trotz Vollgas auf 80 km/h herunter und starke Böen zwingen zum ständigen Gegensteuern. Bei Vik stoppen wir zum Tanken und gönnen uns einen Kaffee. Zahlreiche unglücklich dreinschauende Wanderer und Fahrradfahrer halten sich hier auf und warten auf Wetterbesserung.

Wieder auf der Ringstraße haben Stefan und Helm eine abenteuerliche Idee, die gleich über Funk mitgeteilt wird: Sie wollen bei diesem Unwetter einen Abstecher zu dem bekannten Felsentor von Dyrhólaey machen.

Strmische See bei Vik  

Wir fahren bis auf einen kleinen Sicherheitsabstand an die Steilküste und der schwere Landrover wird, von dem hier annähernd in Orkanstärke tobenden Sturm, hin und her geschaukelt. Also wasserdichte Kleidung an und raus! Die Tür lässt sich nur schwer halten und kaum im Freien, erfassen uns die heftigen Böen. Der ins Gesicht peitschende Regen fühlt sich wie 1000 Nadelstiche an und nur mit der Sonnenbrille lassen sich die Augen in Windrichtung öffnen. Meterhohe Wellen stürzen sich donnernd an die Küste und gegen die Felsen. Was für ein Inferno!

     
Wir treten den Rückzug an und fahren noch bis zum Skaftafell Nationalpark, denn hier lockt ein Campingplatz mit Schwimmbad. Das Wetter hat sich inzwischen zwar gebessert aber nach dem Baden und Kochen lesen wir lieber im großen Aufenthaltsraum des Camps - sind doch die Temperaturen jetzt schon deutlich frischer als bei unserer Ankunft auf Island. Unaufhaltsam nähert sich der Herbst und leider auch das Ende unserer Reise.  

Strmische See bei Vik

     
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